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Anfragenmanagement im Neubau: So behalten Bauträger und Projektentwickler den Überblick über Leads, Einheiten und Status

Sohib Falmz
14.01.2026
Anfragenmanagement im Neubau: So behalten Bauträger und Projektentwickler den Überblick über Leads, Einheiten und Status

Warum Anfragenmanagement im Neubau heute ein kritischer Vertriebsfaktor ist

In Neubauprojekten entsteht Vertriebserfolg selten durch „mehr Leads“, sondern durch saubere Prozesse: Wer fragt wann wozu an? Welche Einheit ist gemeint? Wer antwortet? Was wurde zugesagt? Und wie lässt sich das im Team nachvollziehen?

Ohne strukturierte Anfragenzentrale entstehen typische Reibungsverluste: Doppelte Antworten, unklare Zuständigkeiten, fehlende Historie, manuelle Listen und Status, die je nach Person unterschiedlich interpretiert werden. Gerade bei mehreren Projekten, Vermarktungsphasen und Vertriebspartnern wird Transparenz zur Voraussetzung, um zuverlässig zu steuern.

Ein gutes Anfragenmanagement verbindet deshalb drei Ebenen: Projekt, Einheit und Kommunikation – und macht den Vertriebsstand für alle Beteiligten nachvollziehbar.

Die häufigsten Probleme in der Praxis (und warum sie immer wieder auftreten)

Viele Teams arbeiten mit einer Mischung aus E-Mail-Postfächern, Excel-Listen, Makler-Tools und CRM-Teilen. Das funktioniert so lange, bis Volumen, Teamgröße oder Komplexität steigen. Typische Symptome:

  • Keine eindeutige Zuordnung: Eine Anfrage bezieht sich auf „die 3-Zimmer-Wohnung“ – aber welche genau?
  • Uneinheitliche Status: „In Bearbeitung“, „Warm“, „reserviert“ – je nach Person und Projekt anders verstanden.
  • Verlorene Historie: Telefonnotizen, Zusagen oder Unterlagen liegen im Postfach einzelner Mitarbeitender.
  • Keine belastbare Einheitenübersicht: Vertrieb sieht nicht in Echtzeit, welche Einheit in welcher Phase ist.
  • Unklare Verantwortlichkeiten: Wer reagiert? Wer hat zuletzt geantwortet? Wer darf reservieren?
  • DSGVO-Risiken: Unstrukturierte Datenhaltung, unklare Einwilligungen, lange Aufbewahrung ohne Löschkonzept.

Die Ursache ist fast immer gleich: Anfragen werden nicht als prozessrelevante Vorgänge behandelt, sondern als „Kommunikation“, die nebenbei abgearbeitet wird. Für Neubauvertrieb gilt jedoch: Anfrage = Beginn eines gesteuerten Vorgangs mit nachvollziehbaren Entscheidungen.

Was „gutes“ Anfragenmanagement im Projektvertrieb ausmacht

Ein wirksames Setup lässt sich an wenigen, prüfbaren Kriterien erkennen. Es geht nicht um möglichst viele Funktionen, sondern um Struktur auf Projekt- und Einheitsebene.

1) Zentrale Erfassung aller Kanäle

Ob Projektwebsite, Portale, Exposé-Anfrage, Telefonnotiz oder Vertriebspartner: Anfragen sollten in einem zentralen Eingang zusammenlaufen. Entscheidend ist, dass das Team eine Quelle der Wahrheit hat – mit nachvollziehbarer Herkunft und Zeitstempel.

2) Eindeutige Zuordnung zu Projekt und Einheit

Im Neubau ist die Einheit der Dreh- und Angelpunkt. Wer nur „Projektkontakte“ pflegt, kann Reservierungen, Alternativen, Nachfrage pro Einheit und Umplanungen kaum sauber steuern. Daher braucht es eine Zuordnung:

  • Projekt (z. B. „Quartier A“)
  • Gebäude/Abschnitt (optional)
  • Einheit (Wohnung, Haus, Stellplatz, ggf. Kombinationen)

Das reduziert Rückfragen, beschleunigt Antworten und schafft eine belastbare Einheitenübersicht.

3) Einheitliche Statuslogik statt „gefühlter Pipeline“

Status sollten wenige, klar definierte Stufen haben, die teamweit gleich verstanden werden. Beispiel einer praxistauglichen Logik:

  • Neu (eingegangen, noch nicht qualifiziert)
  • Qualifiziert (Bedarf/Finanzierung/Timing grob geprüft)
  • Besichtigung/Beratung (Termin/Unterlagen/Abstimmung)
  • Reservierung angefragt (intern zu prüfen)
  • Reserviert (inkl. Ablaufdatum, Bedingungen)
  • Notartermin/Vertrag (in Vorbereitung)
  • Verkauft oder Abgeschlossen (kein Interesse)

Wichtig: Der Status ist nicht „Marketing“, sondern ein Steuerungsinstrument. Er sollte immer eine nächste Aktion auslösen (z. B. Rückruf, Unterlagen senden, Reservierung prüfen).

Wenn Sie Ihre aktuelle Statuslogik einmal auf Projekten und Einheiten durchgehen möchten: Projektanforderungen besprechen.

Einheitenübersicht als Steuerungsinstrument: Was Vertrieb wirklich braucht

Eine Einheitenübersicht ist mehr als eine Vermarktungsgrafik. Für den Vertrieb ist sie das operative Cockpit: Welche Einheiten sind frei, in Prüfung, reserviert oder verkauft? Wo drohen Konflikte (z. B. parallele Reservierungswünsche)? Welche Einheit hat ungewöhnlich viele Anfragen?

Praktisch bewährt haben sich folgende Regeln:

  • Status pro Einheit wird aus den zugeordneten Vorgängen abgeleitet oder klar gepflegt.
  • Reservierungen haben Ablaufdatum und Verantwortliche, damit Einheiten nicht „still“ blockieren.
  • Alternativeinheiten werden aktiv vorgeschlagen (statt Leads zu verlieren).
  • Notizen und Entscheidungen sind im Team nachvollziehbar (warum wurde abgelehnt, was wurde zugesagt?).

Merksatz: Im Neubau verkauft man nicht „Kontakte“, sondern Einheiten. Anfragenmanagement muss deshalb immer auf die Einheit einzahlen.

Klare Zuständigkeiten und Teamarbeit: Wer macht was – und wann?

Transparenz entsteht nicht automatisch durch ein Tool, sondern durch klare Spielregeln. Ein einfaches, wirkungsvolles Modell ist die Trennung von:

  • Erstreaktion (SLA, z. B. innerhalb von 24 Stunden)
  • Qualifizierung (Pflichtfelder, Mindestinfos)
  • Beratung/Einheitenabgleich (Unterlagen, Termin, Alternativen)
  • Entscheidungen (Reservierung, Freigaben, Eskalation)

Für die Umsetzung helfen konkrete Standards:

  • Verbindliche Notizregeln: Jede relevante Aussage in einem einheitlichen Format (z. B. „Kaufabsicht“, „Finanzierung“, „Zeithorizont“).
  • Aufgaben statt E-Mail-Ketten: Nächster Schritt ist klar dokumentiert.
  • Vertretung: Wenn jemand ausfällt, bleibt der Vorgang vollständig nachvollziehbar.

Gerade bei mehreren Vertriebskanälen (eigener Vertrieb, Makler, Vertriebspartner) ist es entscheidend, dass Zuständigkeiten sichtbar sind – inklusive Zeitstempeln und Verlauf.

DSGVO im Anfragenmanagement: pragmatisch und belastbar

Im Projektvertrieb werden personenbezogene Daten verarbeitet: Kontaktdaten, Budget, Familienstatus, Finanzierungsinfos. DSGVO-konformes Arbeiten ist daher keine Formalie, sondern schützt vor Risiken und schafft Verlässlichkeit gegenüber Interessenten und Partnern.

Für ein pragmatisches Setup sollten Sie diese Punkte prüfen:

  • Zweck und Rechtsgrundlage: Ist klar dokumentiert, warum die Daten verarbeitet werden?
  • Transparenz: Werden Interessenten über die Verarbeitung informiert (z. B. im Anfrageformular)?
  • Zugriffsrechte: Sieht jede Person nur, was sie braucht?
  • Lösch- und Aufbewahrungskonzept: Wie lange bleiben Anfragen aktiv, wann werden sie gelöscht/anonymisiert?
  • Nachvollziehbarkeit: Wer hat wann was geändert oder entschieden?

DSGVO wird im Alltag dann handhabbar, wenn Prozesse standardisiert sind und die Daten nicht in unkontrollierten Postfächern und Dateien verstreut liegen.

Wenn Sie klären möchten, wie eine strukturierte Anfragen- und Vertriebszentrale DSGVO praktisch unterstützt: Kontakt aufnehmen.

Integration in bestehende Systemlandschaften: sinnvoll koppeln statt doppelt pflegen

Viele Unternehmen haben bereits CRM- oder ERP-Systeme. Im Neubau entsteht jedoch eine Lücke: Klassische Systeme sind häufig kontaktzentriert, während der Projektvertrieb einheitenzentriert arbeiten muss. Sinnvoll ist daher eine Aufgabenteilung:

  • Projekt- und Einheitentransparenz sowie Statussteuerung in einer Vertriebszentrale auf Einheitenebene
  • Langfristige Kundenbeziehung, Reporting oder Marketingprozesse im bestehenden CRM

Wichtig ist, dass Schnittstellen nicht als „nice to have“ betrachtet werden, sondern als Mittel gegen Doppelpflege. Prüfen Sie vorab:

  • Welche Felder müssen wirklich synchron laufen (Kontakt, Status, Einheit, Quelle)?
  • Wer ist „führend“ für welche Daten?
  • Welche Ereignisse sollen übertragen werden (z. B. Reservierung, Verkauf, Absage)?

Checkliste: In 7 Schritten zu mehr Transparenz im Anfragenmanagement

  • 1) Eingang definieren: Welche Kanäle laufen zentral ein? Wer überwacht?
  • 2) Pflichtinformationen festlegen: Was muss bei „qualifiziert“ vorliegen?
  • 3) Statusmodell vereinheitlichen: 6–8 klare Stufen, projektweit gleich.
  • 4) Zuordnung erzwingen: Jede Anfrage gehört zu Projekt und Einheit (oder als „Einheit offen“ gekennzeichnet).
  • 5) Reservierungsregeln dokumentieren: Dauer, Freigaben, Bedingungen, Ablauf.
  • 6) Teamregeln etablieren: Notizen, Aufgaben, Vertretung, Eskalation.
  • 7) DSGVO und Löschung klären: Rollen, Rechte, Löschfristen, Dokumentation.

Wenn Sie diese Schritte sauber umsetzen, steigt nicht nur die Abschlussquote. Sie reduzieren auch Konflikte im Team, schaffen verlässliche Forecasts und können Stakeholdern jederzeit erklären, warum eine Einheit welchen Status hat.

Für einen Abgleich Ihrer aktuellen Prozesse mit einer praxistauglichen Projekt- und Einheitenlogik: Unverbindliches Gespräch anfragen.

Wie Innoflat dabei einordnet (ohne Ihren Bestand umzubauen)

Innoflat ist keine generische Kontaktverwaltung, sondern eine strukturierte Anfragen- und Vertriebszentrale auf Projekt- und Einheitsebene. Der Fokus liegt darauf, Anfragen zentral zu sammeln, eindeutig Projekten und Einheiten zuzuordnen, Status und interne Abstimmungen nachvollziehbar zu machen und damit Transparenz im Projektvertrieb herzustellen – DSGVO-konform und anschlussfähig an bestehende Systemlandschaften.

Entscheidend ist dabei nicht „mehr Software“, sondern weniger Reibung im Tagesgeschäft: klare Zuordnung, einheitliche Statuslogik und ein belastbarer Überblick über Einheiten und Vorgänge.

Wenn Sie konkrete Fragen zu Setup, Verantwortlichkeiten oder Integration haben, schreiben Sie gern: Per E-Mail anfragen.

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