Zurück zum Blog

Projektvertrieb im Neubau: Anfragen sauber steuern, Einheiten klar zuordnen, Vertrieb transparent führen

Sohib Falmz
13.01.2026
Projektvertrieb im Neubau: Anfragen sauber steuern, Einheiten klar zuordnen, Vertrieb transparent führen

Warum der Projektvertrieb oft nicht am Markt, sondern an der Struktur scheitert

Im Neubauvertrieb ist Nachfrage selten das Problem. Häufiger scheitert Effizienz an fehlender Ordnung: Anfragen kommen über Portale, Landingpages, E-Mail, Telefon und Veranstaltungen. Parallel laufen Excel-Listen, Postfächer und Notizen einzelner Mitarbeitender. Das Ergebnis sind unnötige Reibungsverluste: doppelte Antworten, uneinheitliche Auskünfte zu Verfügbarkeit, unklare Zuständigkeiten und fehlende Transparenz für Projektleitung und Geschäftsführung.

Eine saubere Vertriebsorganisation beginnt deshalb nicht bei „mehr Leads“, sondern bei einer klaren Logik: Welche Anfrage gehört zu welchem Projekt und zu welcher Einheit? Und: Wie wird der Bearbeitungsstand nachvollziehbar dokumentiert?

Typische Bruchstellen im Anfragenmanagement (und ihre Folgen)

Die folgenden Muster sind in vielen Projekten wiederkehrend – unabhängig von Projektgröße oder Region:

  • Kein einheitlicher Eingangskanal: Anfragen verteilen sich auf mehrere Postfächer und Personen.
  • Keine eindeutige Einheit-Zuordnung: Interessenten fragen „3-Zimmer mit Balkon“ an, intern bleibt offen, welche Einheit gemeint ist.
  • Verfügbarkeiten sind nicht belastbar: Reservierungen, Optionen und verkaufte Einheiten werden zeitverzögert nachgezogen.
  • Status ist nicht standardisiert: „In Bearbeitung“ kann alles bedeuten – vom Erstkontakt bis zur Finanzierungsprüfung.
  • Wissen steckt in Köpfen: Gesprächsnotizen und Absprachen sind nicht teamfähig dokumentiert.
  • Übergaben sind riskant: Krankheit, Urlaub oder Personalwechsel führen zu Informationsverlust.

Die Folgen sind messbar: langsamere Reaktionszeiten, höhere Fehlerquote in der Kommunikation, schlechtere Abschlusswahrscheinlichkeit und ein erhöhtes Risiko für DSGVO-Verstöße durch unklare Datenhaltung.

Die Kernanforderung im Neubau: Projekt- und Einheitsebene konsequent abbilden

Neubauvertrieb unterscheidet sich von klassischem Maklervertrieb: Es geht nicht um beliebige Objekte, sondern um klar definierte Einheiten innerhalb eines Projekts – mit eindeutigen Merkmalen, Preisen, Status und Dokumenten.

In der Praxis hat sich eine einfache Leitfrage bewährt:

Kann ich für jede Anfrage in wenigen Sekunden beantworten: Zu welchem Projekt gehört sie, welche Einheit ist gemeint, wer ist zuständig und was ist der aktuelle Stand?

Wenn diese Frage regelmäßig „nicht sicher“ ausfällt, fehlt eine zentrale Vertriebslogik.

Ein praxistauglicher Vertriebsprozess: von der Anfrage bis zur Reservierung

Ein funktionierender Projektvertrieb braucht kein kompliziertes Regelwerk. Entscheidend ist ein einheitlicher Ablauf, der für alle Beteiligten gilt und auf Projekt- sowie Einheitsebene nachvollziehbar ist.

1) Zentraler Eingang und automatische Vorstrukturierung

Alle Anfragen sollten an einem Ort zusammenlaufen – unabhängig vom Kanal. Bereits beim Eingang ist hilfreich, wenn die Anfrage soweit möglich dem richtigen Projekt zugeordnet wird (z. B. über Quelle, Formular, Kampagne oder Auswahlfelder).

2) Einheit-Zuordnung als Pflichtschritt

Spätestens nach dem Erstkontakt muss klar sein, ob es um:

  • eine konkrete Einheit (z. B. Whg. 2.12),
  • eine Einheitengruppe (z. B. 3-Zimmer, 80–90 m²) oder
  • eine Projektanfrage ohne Präferenz

geht. Ohne Einheit-Zuordnung entstehen unklare Verfügbarkeitskommunikation und interne Dopplungen.

3) Statusmodell, das Vertrieb wirklich abbildet

Ein gutes Statusmodell ist nicht „viel“, sondern eindeutig. Bewährt sind z. B. folgende Stufen (je nach Projekt):

  • Neu eingegangen
  • Erstkontakt erfolgt
  • Unterlagen versendet
  • Besichtigung / Beratung
  • Finanzierung / Bonität in Klärung
  • Reservierung angefragt
  • Reserviert
  • Abgeschlossen (Kauf)
  • Absage / nicht qualifiziert

Wichtig: Jede Statusänderung sollte mit Datum, Verantwortlichem und kurzer Notiz nachvollziehbar sein.

Wenn Sie Ihren aktuellen Status- und Zuordnungsprozess einmal neutral spiegeln möchten: Kontakt aufnehmen

4) Zuständigkeiten und Vertretungen festlegen

Projektvertrieb ist Teamarbeit. Legen Sie pro Projekt klar fest:

  • wer Erstkontakte übernimmt,
  • wie Übergaben erfolgen (z. B. nach Einheit, nach Quelle, nach Auslastung),
  • wie Vertretungen geregelt sind,
  • welche Informationen als „Mindestdokumentation“ gelten (z. B. Gesprächsergebnis, nächste Schritte, Wunschkriterien).

Damit wird Vertrieb skalierbar und weniger personenabhängig.

5) Einheitenübersicht als operative Wahrheit

Eine Einheitenübersicht ist im Neubau kein „Nice-to-have“, sondern die operative Grundlage. Sie sollte für alle relevanten Rollen (Vertrieb, Projektleitung, Backoffice) klar zeigen:

  • Einheitendaten (Größe, Zimmer, Preis, Lage)
  • aktueller Vertriebsstatus (frei, reserviert, verkauft)
  • zugeordnete Anfragen/Leads
  • letzte Aktivität und nächste Aufgabe

Entscheidend ist, dass die Übersicht nicht parallel in Excel „nachgeführt“ wird, sondern als gemeinsame Arbeitsbasis dient.

Transparenz für Projektleitung: Welche Kennzahlen wirklich helfen

Transparenz heißt nicht, jede Aktivität zu zählen. Im Projektvertrieb sind wenige Kennzahlen oft ausreichend, um zu steuern:

  • Reaktionszeit (Eingang bis Erstkontakt)
  • Offene Anfragen je Projekt und je Einheitengruppe
  • Statusverteilung (wie viele Leads in welcher Stufe)
  • Reservierungsquote und Abschlussquote
  • Gründe für Absagen (Preis, Grundriss, Finanzierung, Lage)

Diese Sicht schafft eine belastbare Grundlage für Entscheidungen: Preisanpassungen, Vermarktungsfokus, Personaleinsatz oder Optimierung der Unterlagen (z. B. Exposé, Baubeschreibung, FAQ).

DSGVO im Projektvertrieb: weniger Risiko durch klare Datenwege

Im Vertriebsalltag entstehen DSGVO-Risiken oft nicht durch böse Absicht, sondern durch Unübersichtlichkeit: Weitergeleitete E-Mails, lokale Dateien, private Notizen oder doppelte Datensätze. Drei Prinzipien reduzieren Risiko und Aufwand spürbar:

  • Zentralität: personenbezogene Daten nicht über viele Kanäle und Speicherorte verteilen.
  • Zweckbindung und Minimierung: nur Daten erfassen, die für Vertrieb und Projektabwicklung relevant sind.
  • Nachvollziehbarkeit: wer hat wann welche Information erhalten oder bearbeitet?

Je klarer der Vertriebsprozess strukturiert ist, desto leichter sind Auskunftsanfragen, Löschkonzepte und interne Zugriffsregelungen umsetzbar.

Anschluss an bestehende Systemlandschaften: nicht ersetzen, sondern verbinden

Viele Unternehmen haben bereits Systeme für CRM, ERP, Dokumentenmanagement oder Marketing. Im Projektvertrieb entsteht der Engpass jedoch häufig zwischen diesen Systemen: Dort, wo Anfragen ankommen und auf Projekte sowie Einheiten verteilt werden müssen.

Eine strukturierte Anfragen- und Vertriebszentrale auf Projekt- und Einheitsebene kann hier die Lücke schließen, indem sie:

  • Anfragen zentral sammelt und standardisiert,
  • die operative Einheitensicht bereitstellt,
  • Status und Notizen teamfähig dokumentiert,
  • Schnittstellen zu bestehenden Systemen ermöglicht (je nach Landschaft und Prozess).

So bleibt die bestehende Systemarchitektur nutzbar, während der Projektvertrieb operativ deutlich robuster wird.

Wenn Sie prüfen möchten, wie eine solche Vertriebszentrale in Ihre Landschaft passt: Projektanforderungen besprechen

Checkliste: In 30 Minuten den eigenen Projektvertrieb bewerten

Nutzen Sie diese Fragen als Kurz-Audit. Wenn Sie mehr als 3-mal „Nein“ ankreuzen, lohnt sich eine Prozessschärfung.

  • Ein Eingang: Gibt es einen zentralen Ort, an dem alle Anfragen zusammenlaufen?
  • Projektzuordnung: Ist für jede Anfrage sofort klar, zu welchem Projekt sie gehört?
  • Einheit-Zuordnung: Kann jede Anfrage einer Einheit oder Einheitengruppe zugeordnet werden?
  • Statuslogik: Nutzen alle Beteiligten dasselbe Statusmodell?
  • Dokumentation: Sind Notizen und nächste Schritte für das Team nachvollziehbar?
  • Verfügbarkeit: Gibt es eine verlässliche Einheitenübersicht mit aktuellem Vertriebsstatus?
  • Vertretung: Funktioniert der Prozess auch bei Urlaub/Krankheit?
  • Reporting: Können Projektverantwortliche Status und Pipeline ohne Nachfragen einsehen?
  • DSGVO: Sind Datenhaltung und Zugriffe klar geregelt?

Fazit: Struktur schlägt Aktionismus

Im Neubauvertrieb ist Geschwindigkeit wichtig – aber ohne Struktur wird Geschwindigkeit unkontrolliert. Die größte Hebelwirkung entsteht meist durch wenige, konsequent umgesetzte Bausteine: zentraler Anfrageeingang, eindeutige Projekt- und Einheit-Zuordnung, ein standardisiertes Statusmodell und eine belastbare Einheitenübersicht als gemeinsame Wahrheit.

Innoflat unterstützt genau diese operative Ebene: als strukturierte Anfragen- und Vertriebszentrale, die Projekt- und Einheitensicht zusammenbringt, Transparenz im Team schafft und sich in bestehende Systemlandschaften einfügt – ohne den Projektvertrieb in Tool-Silos zu zwingen.

Wenn Sie konkrete Anforderungen aus einem laufenden Projekt diskutieren möchten: Unverbindliches Gespräch anfragen

Oder senden Sie uns kurz Ihre aktuelle Ausgangslage (Projektgröße, Kanäle, Teamstruktur): Per E-Mail anfragen

#
Projektvertrieb
#
Anfragenmanagement
#
Einheitenübersicht
#
Projektanfragen
#
Einheitenebene
#
Vertriebsprozess
#
Lead-Zuordnung
#
Statusverfolgung
#
Projektentwicklung
#
Bauträger

Jetzt Vertrieb strukturieren

Bündeln Sie alle Anfragen zu Ihren Immobilienprojekten zentral.

Jetzt anfragen