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Anfragenmanagement im Neubau: So behalten Bauträger und Projektentwickler jede Anfrage pro Einheit im Griff

Sohib Falmz
16.01.2026
Anfragenmanagement im Neubau: So behalten Bauträger und Projektentwickler jede Anfrage pro Einheit im Griff

Warum Anfragenmanagement im Neubau oft der Engpass ist

Im Neubauvertrieb entstehen Anfragen selten linear: Interessenten kommen über Portale, Projektwebsites, Maklerkooperationen, Empfehlungen oder Telefon. Gleichzeitig ändern sich Verfügbarkeiten, Preise, Reservierungen und Verkaufsstände auf Einheitenebene häufig. Wenn Anfragen dann in E-Mail-Postfächern, Excel-Listen und Notizen einzelner Mitarbeitender landen, entstehen typische Risiken:

  • Unklare Zuständigkeiten: Wer antwortet? Wer übernimmt die Besichtigung? Wer führt nach?
  • Fehlende Einheit-Zuordnung: Die Anfrage bezieht sich auf „3-Zimmer“ – aber welche Einheit genau?
  • Status- und Historienlücken: Warum wurde nicht nachgefasst? Wurde bereits ein Angebot verschickt?
  • Intransparenz für Projektsteuerung: Wie ist die Nachfrage je Einheit, je Preisband, je Bauabschnitt?
  • DSGVO-Risiken: Unkontrollierte Datenablagen, unklare Löschfristen, Weiterleitungen ohne Berechtigungskonzept.

Ein strukturiertes Anfragenmanagement ist daher keine „Verwaltung“, sondern Grundlage für planbaren Projektvertrieb: schnelle Reaktionszeiten, saubere Übergaben, belastbare Auswertungen und weniger Reibung im Team.

Was „gutes“ Anfragenmanagement im Projektvertrieb ausmacht

Im Neubau reicht es nicht, Anfragen nur zu sammeln. Entscheidend ist, dass jede Anfrage in einen nachvollziehbaren Vertriebsprozess überführt wird – und zwar auf Projekt- und Einheitsebene. In der Praxis bewähren sich fünf Bausteine:

  • Zentrale Erfassung: Alle Kanäle laufen in einem Eingang zusammen (Webformulare, E-Mail, Telefonnotizen, Portale).
  • Saubere Zuordnung: Projekt, Bauabschnitt, Einheit (oder Einheitstyp) und Quelle sind eindeutig hinterlegt.
  • Statusführung mit Regeln: Definierte Phasen (z. B. neu, qualifiziert, Besichtigung, Angebot, reserviert, notariell, verloren) und klare Kriterien für den Übergang.
  • Dokumentierte Kommunikation: Interne Notizen, Gesprächsergebnisse und nächste Schritte sind für das Team sichtbar.
  • Transparenz für Steuerung: Nachfrage je Einheit, Engpässe in der Bearbeitung, Conversion und Gründe für Absagen sind auswertbar.

Diese Bausteine wirken banal – werden aber in vielen Projekten erst dann konsequent umgesetzt, wenn bereits Verkaufsdruck entsteht oder die Übergabe an neue Mitarbeitende scheitert.

Der häufigste Fehler: Anfragen werden „personenbezogen“ statt „projektbezogen“ geführt

Viele Vertriebsorganisationen sind historisch gewachsen: Ein Postfach pro Vertriebler, persönliche Excel-Listen, eigene Vorlagen. Das funktioniert so lange, wie einzelne Personen alles im Kopf behalten. Im Neubau mit mehreren Projekten und vielen Einheiten wird dieses Modell jedoch schnell zum Risiko.

Ein praxistauglicher Ansatz ist, Anfragen als projektbezogene Vorgänge zu behandeln, die einer Einheit zugeordnet sind. Damit gelten drei einfache Prinzipien:

  • Einheit zuerst: Jede Anfrage bekommt (sobald möglich) einen Bezug zur konkreten Einheit oder zu klaren Suchkriterien.
  • Teamfähig dokumentieren: Jede Interaktion hinterlässt eine verwertbare Spur: Status, Notiz, nächster Schritt, Termin.
  • Übergaben sind Standard: Vertretung, Urlaube und Zuständigkeitswechsel sind ohne Informationsverlust möglich.

Ein praxiserprobter Workflow: Von der Anfrage bis zur Reservierung

Ein schlanker, aber belastbarer Prozess lässt sich in wenigen Schritten definieren. Wichtig ist weniger die Anzahl der Stufen als die Klarheit, was in jeder Stufe erledigt wird.

1) Eingang & Vorqualifizierung (innerhalb von 24 Stunden)

  • Kontakt- und Interessentendaten prüfen (Dublette, fehlende Angaben).
  • Interesse konkretisieren: Einheit, Größe, Budget, Einzugstermin, Finanzierungsstatus.
  • Status: Neu oder Qualifizierung offen.

2) Zuordnung zu Projekt und Einheit

  • Wenn Einheit bekannt: eindeutige Zuordnung (z. B. Haus A, Whg. 3.2).
  • Wenn Einheit noch offen: Zuordnung zu Einheitstyp + Suchprofil, später nachziehen.
  • Quelle festhalten (Portal, Projektwebsite, Empfehlung, Bestandskunde).

3) Beratung, Exposé, Besichtigung

  • Kommunikation dokumentieren: Was wurde zugesagt, was wurde gesendet?
  • Nächster Schritt mit Datum: Rückruf, Termin, Unterlagen.
  • Status: In Beratung oder Besichtigung.

4) Angebot, Finanzierung, Reservierung

  • Angebotsphase nachvollziehbar: Versionen, Konditionen, Fristen.
  • Reservierungen transparent führen: Zeitraum, Bedingungen, Verantwortliche.
  • Status: Angebot, Reserviert.

5) Abschluss oder Verlust (mit Gründen)

  • Bei Abschluss: Übergabe an weitere Prozesse (z. B. Vertragsabwicklung) ohne Medienbruch.
  • Bei Verlust: Grund erfassen (Preis, Timing, Grundriss, Finanzierung, Konkurrenzprojekt).
  • Status: Notariell oder Verloren.

Konkreter Nutzen: Mit diesem Workflow lässt sich der Vertriebsstand pro Einheit jederzeit erklären – nicht nur „gefühlt“, sondern belegbar.

Einheitenübersicht als Herzstück: Nachfrage und Verfügbarkeit zusammenbringen

Im Neubau entscheidet die Einheitsebene über Geschwindigkeit und Qualität im Vertrieb. Eine Anfragenliste ohne Einheitenkontext beantwortet zentrale Fragen nicht:

  • Welche Einheiten erzeugen überdurchschnittlich viele Anfragen – und warum?
  • Wo gibt es Nachfrage, aber die Einheit ist bereits reserviert?
  • Welche Einheit steht trotz Vermarktung „still“?
  • Welche Interessenten passen auf alternative Einheiten (z. B. gleiche Zimmeranzahl, anderes Geschoss)?

Eine strukturierte Vertriebszentrale auf Projekt- und Einheitsebene verbindet daher Anfragen, Status und interne Informationen direkt mit der Einheitenübersicht. Das ist besonders hilfreich, wenn:

  • mehrere Personen am Projektvertrieb arbeiten,
  • Einheiten schnell wechseln (Reservierungen, Rückläufer, Preisanpassungen),
  • parallel mehrere Projekte gesteuert werden,
  • eine verlässliche Berichterstattung an Geschäftsführung, Eigentümer oder Finanzierungspartner nötig ist.

Wenn Sie Ihren aktuellen Ablauf einmal gegen diese Punkte spiegeln möchten: Projektanforderungen besprechen

DSGVO im Anfragenmanagement: Praktisch umsetzbar statt theoretisch korrekt

Im Vertrieb werden personenbezogene Daten verarbeitet: Kontaktdaten, Budget, Familienstand, Finanzierungsstatus. DSGVO-Konformität entsteht nicht durch ein Dokument, sondern durch klare Abläufe und Berechtigungen.

In der Praxis bewähren sich folgende Maßnahmen:

  • Zentrale Datenhaltung statt Verteilen über E-Mail-Weiterleitungen und private Notizen.
  • Rollen- und Berechtigungskonzepte: Wer darf was sehen und bearbeiten (Projektteam, Externe, Assistenz)?
  • Nachvollziehbarkeit: Wer hat wann welche Änderung vorgenommen, welcher Status wurde gesetzt?
  • Lösch- und Aufbewahrungslogik: Anfragen ohne Vertragsabschluss werden nicht unbegrenzt aufbewahrt.
  • Saubere Einwilligungen bei Newslettern oder weitergehender Kontaktaufnahme (wenn relevant).

Wichtig: DSGVO ist kein „Stoppschild“ für Vertrieb, sondern eine Strukturfrage. Wer ohnehin zentral, einheitenbezogen und rollenbasiert arbeitet, reduziert Risiken deutlich.

Transparenz im Projektvertrieb: Welche Kennzahlen wirklich helfen

Viele Teams erfassen entweder zu wenig (kein Überblick) oder zu viel (Pflegeaufwand ohne Nutzen). Für Neubauprojekte reichen oft wenige, aber konsequent gepflegte Kennzahlen:

  • Reaktionszeit auf neue Anfragen (Median und Ausreißer).
  • Anfragen pro Einheit und pro Einheitstyp (z. B. 2-Zimmer, 3-Zimmer).
  • Conversion je Status (von Anfrage zu Besichtigung, von Angebot zu Reservierung).
  • Stau im Prozess (z. B. wie viele Leads stehen länger als X Tage ohne nächsten Schritt).
  • Verlustgründe als Entscheidungshilfe für Preis-/Produktanpassungen.

Der Mehrwert entsteht, wenn diese Zahlen nicht monatlich „händisch“ zusammengesucht werden müssen, sondern direkt aus dem Anfragen- und Statussystem auf Projekt- und Einheitsebene ableitbar sind.

Integration statt Insellösung: Anschluss an bestehende Systemlandschaften

Projektentwickler und Bauträger arbeiten selten mit nur einem System: Website, Portal-Postfächer, ERP, Dokumentenablage, ggf. bestehende CRM-Strukturen. Für das Anfragenmanagement im Neubau ist daher entscheidend, dass der Prozess dort stabil läuft, wo er anfällt: bei Projekt und Einheit.

Ein sinnvoller Integrationsansatz ist:

  • Anfragen zentral bündeln und strukturiert vorqualifizieren.
  • Projekt- und Einheitenlogik als führende Struktur im Vertrieb nutzen.
  • Übergaben an nachgelagerte Systeme definieren (z. B. nach Reservierung oder Notartermin).

So bleibt die Vertriebsmannschaft arbeitsfähig, ohne dass jedes System alles können muss.

Wenn Sie klären möchten, wie sich Ihre Anfragen heute sinnvoll an Projekte und Einheiten anbinden lassen: Kontakt aufnehmen

Checkliste: In 10 Tagen zu mehr Ordnung im Anfragenmanagement

Diese Schritte lassen sich in vielen Organisationen ohne großen Umbau starten:

  • Tag 1–2: Statusmodell festlegen (max. 6–8 Status) inkl. Definition „wann wechselt ein Lead den Status“.
  • Tag 3: Pflichtfelder definieren: Projekt, Einheit/Typ, Quelle, zuständig, nächster Schritt, Datum.
  • Tag 4–5: Standard für interne Notizen (z. B. Gesprächsergebnis, Einwände, nächster Kontakt).
  • Tag 6: Regeln für Reservierungen (Dauer, Voraussetzungen, Dokumentation).
  • Tag 7: Vertretungslogik klären: Wer übernimmt bei Abwesenheit?
  • Tag 8: DSGVO-Basics prüfen: Zugriffe, Löschlogik, zentrale Ablage.
  • Tag 9: Eine wöchentliche Vertriebsrunde nur mit zwei Kennzahlen starten: Reaktionszeit + Stau im Prozess.
  • Tag 10: Einheitenübersicht mit Vertrieb abgleichen: Wo fehlt Zuordnung? Wo gibt es Alternativangebote?

Der Effekt ist meist schnell sichtbar: weniger doppelte Arbeit, weniger „verlorene“ Anfragen und deutlich bessere Steuerbarkeit je Einheit.

Wie Innoflat dabei einordnet: Vertriebszentrale auf Projekt- und Einheitsebene

Innoflat ist eine strukturierte Anfragen- und Vertriebszentrale, die Anfragen zentral sammelt, Projekten und Einheiten zuordnet und Status, Notizen sowie Zuständigkeiten transparent macht. Der Fokus liegt auf dem Neubauvertrieb und der Steuerung auf Einheitsebene – inklusive Anschlussfähigkeit an bestehende Systemlandschaften und DSGVO-konformer Arbeitsweise.

Wenn Sie prüfen möchten, ob eine einheitenbasierte Vertriebszentrale zu Ihrem Setup passt: Per E-Mail anfragen

Fazit: Einheitsebene + klare Status = belastbarer Projektvertrieb

Anfragenmanagement im Neubau ist dann wirksam, wenn es nicht nur „Eingangskorb“ ist, sondern ein klarer Prozess: zentral erfasst, sauber zugeordnet, statusgeführt, teamfähig dokumentiert und auswertbar. Wer zusätzlich die Einheitenübersicht als Dreh- und Angelpunkt nutzt, kann Nachfrage und Verfügbarkeit aktiv steuern – und reduziert gleichzeitig operative und DSGVO-Risiken.

Wenn Sie konkrete Anforderungen oder Projektgrößen besprechen möchten, ohne Vorab-Folien oder Verkaufsdruck: Unverbindliches Gespräch anfragen

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