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Anfrageprozesse im Neubau: So bringen Projektentwickler Leads strukturiert auf Projekt- und Einheitsebene in den Vertrieb

Sohib Falmz
14.01.2026
Anfrageprozesse im Neubau: So bringen Projektentwickler Leads strukturiert auf Projekt- und Einheitsebene in den Vertrieb

Warum Anfrageprozesse im Neubau oft aus dem Ruder laufen

In Neubauprojekten entsteht der größte Druck selten durch fehlende Nachfrage, sondern durch fehlende Struktur: Anfragen kommen gleichzeitig über Portale, Projektwebsites, Makler, Telefon, E-Mail und Baustellenschilder. Sobald mehrere Vertriebsbeteiligte im Spiel sind, wird aus „Lead-Volumen“ schnell „Lead-Verlust“.

Typische Symptome:

  • Doppelte oder unklare Kontaktstände (ein Interessent fragt mehrfach über verschiedene Kanäle an).
  • Fehlende Zuordnung zu Projekt, Gebäude, Einheit oder Wohnungstyp.
  • Intransparente Bearbeitung: Wer hat wann reagiert? Was wurde zugesagt? Wo liegt das Protokoll?
  • Uneinheitliche Statuslogik („warm“, „heiß“, „in Prüfung“) ohne klare Kriterien.
  • Brüche in der Übergabe zwischen Projektmarketing, Vertrieb, Backoffice und ggf. Finanzierung/Reservierung.

Die Folge sind vermeidbare Reibungsverluste: ungenutzte Nachfrage, längere Reaktionszeiten, Ärger im Team und schwer erklärbare Abweichungen zwischen Nachfrage und tatsächlicher Vermarktungsleistung.

Was ein guter Anfrageprozess leisten muss

Ein tragfähiger Anfrageprozess im Projektvertrieb ist kein „Tool-Thema“, sondern ein operatives System aus klaren Regeln, Verantwortlichkeiten und einer durchgängigen Dokumentation. Im Neubau zählt besonders die Ebene der Einheit: Interessenten kaufen nicht „das Projekt“, sondern eine konkrete Wohnung (oder zumindest einen klaren Wohnungstyp).

Ein guter Prozess erfüllt fünf Anforderungen:

  • Zentral erfassen: Jede Anfrage landet an einem Ort – unabhängig vom Kanal.
  • Eindeutig zuordnen: Projekt → Gebäude → Einheit/Wohnungstyp → Vertriebsverantwortliche.
  • Status sauber steuern: Von „neu“ bis „notariell beurkundet“ mit nachvollziehbaren Kriterien.
  • Kommunikation dokumentieren: Kontaktverlauf, Notizen, Aufgaben, Zusagen, nächste Schritte.
  • Transparenz schaffen: Team-Überblick zu Auslastung, offenen Vorgängen, Engpässen.

Die 7 häufigsten Prozesslücken – und wie Sie sie schließen

1) Keine einheitliche Eingangsstelle

Wenn Anfragen parallel in persönlichen Postfächern, Excel-Listen und Portal-Tools liegen, entsteht zwangsläufig Blindflug. Definieren Sie eine zentrale Eingangsstelle (fachlich: Anfragenzentrale), die alle Kanäle bündelt.

  • Regel: „Keine Anfrage bleibt im persönlichen E-Mail-Postfach als einzigem Speicherort.“
  • Regel: „Jede Anfrage bekommt innerhalb eines definierten Zeitfensters einen Erstkontakt.“

2) Zuordnung erst „irgendwann später“

Viele Teams erfassen zunächst nur Kontaktdaten und verteilen später. Das ist riskant, weil die entscheidende Information im Neubau die Einheit ist: verfügbar, reserviert, verkauft, Alternativen möglich.

  • Zuordnung direkt beim Eingang: Projekt + Einheit oder mindestens Wohnungstyp.
  • Wenn unklar: strukturierte Rückfrage (Budget, Lage, Größe, Bezugstermin) statt Freitext.

3) Status ohne klare Definitionen

Status sind nur dann hilfreich, wenn alle dieselben Kriterien anwenden. Legen Sie eine Statuskette fest, die Ihre Realität abbildet – nicht die Fantasie. Beispielhafte, praxisnahe Stufen:

  • Neu (Eingang, noch nicht bearbeitet)
  • Kontaktiert (Erstkontakt erfolgt)
  • Qualifiziert (Kaufkriterien geklärt)
  • Besichtigung/Beratung (Termin/Exposé/Unterlagen übergeben)
  • Reservierungsprüfung (Unterlagen, Bonität, interne Freigabe)
  • Reserviert (Einheit blockiert, Fristen dokumentiert)
  • Notartermin/Beurkundung
  • Abgeschlossen (verkauft) oder Verloren (Grund dokumentiert)

Wichtig: Hinterlegen Sie pro Status die nächste erwartete Aktion (z. B. „innerhalb 48h Termin anbieten“).

4) Notizen und Historie sind nicht teamfähig

Vertriebsnotizen in privaten Dokumenten oder E-Mails funktionieren nur, solange dieselbe Person den Lead bis zum Abschluss begleitet. In Projekten wechselt Zuständigkeit jedoch häufig (Urlaub, Kapazitäten, Projektphase).

  • Führen Sie interne Notizen konsequent auf Anfrage-/Einheitenebene.
  • Dokumentieren Sie Zusagen, Fristen, Preisstände, Sonderwünsche und offene Punkte.

5) Reservierungen ohne klare Regeln

Reservierungen sind ein typischer Konfliktpunkt: Vertrieb will flexibel sein, Projektleitung braucht Verlässlichkeit, Marketing will nicht „ausverkauft“ kommunizieren, solange es wackelt. Setzen Sie eindeutige Reservierungsregeln:

  • Reservierungsdauer (z. B. 7 oder 14 Tage)
  • Voraussetzungen (z. B. Selbstauskunft, Finanzierungsnachweis, interne Freigabe)
  • Regel zur Verlängerung (wer entscheidet, wie dokumentiert)

6) Keine Einheitenübersicht als Arbeitsgrundlage

In vielen Teams existiert eine Einheitenliste, aber sie ist nicht der operative Mittelpunkt. Für den Vertrieb ist entscheidend, dass er Einheitenstatus und Anfragenlage zusammen sieht: Welche Einheit hat 0/5/20 Interessenten? Wo drohen Lücken? Wo sind Alternativen möglich?

Eine saubere Einheitenübersicht unterstützt:

  • passgenaue Alternativangebote („vergleichbare Einheit verfügbar“)
  • Priorisierung nach Nachfrage und Vermarktungsstand
  • realistische Prognosen (z. B. welche Einheiten sind „kritisch“)

7) Brüche zur Systemlandschaft (CRM, ERP, DMS)

Projektvertrieb ist selten ein Inselsystem. Entscheidend ist, dass Ihre Anfragen- und Vertriebszentrale mit bestehender Systemlandschaft zusammenarbeitet: Kontakte, Kommunikationsverlauf, Einheitenstatus, Dokumente. Ziel ist nicht „alles ersetzen“, sondern klare Übergabepunkte definieren.

  • Was wird im CRM geführt (z. B. Stammkontakt, Kundenhistorie)?
  • Was wird projekt- und einheitenbezogen geführt (z. B. Status, Reservierungen, Interessenten je Einheit)?
  • Welche Daten dürfen/müssen aus DSGVO-Sicht wo liegen?

Wenn Sie Ihre aktuelle Prozesskette einmal anhand dieser sieben Punkte spiegeln möchten, kann ein kurzer Abgleich helfen: Projektanforderungen besprechen

Ein praxistauglicher Zielprozess in 10 Schritten

Der folgende Ablauf ist bewusst generisch gehalten und lässt sich für einzelne Projekte anpassen. Entscheidend ist die konsequente Arbeit auf Projekt- und Einheitsebene.

  • 1) Eingang: Anfrage wird zentral erfasst (Kanal egal).
  • 2) Dublettencheck: Zusammenführen mehrfacher Anfragen.
  • 3) Zuordnung: Projekt, Gebäude, Einheit oder Wohnungstyp.
  • 4) Erstkontakt: definierte Reaktionszeit, standardisierte Erstinfos.
  • 5) Qualifizierung: Budget, Timing, Haushaltsgröße, Ausstattungsbedarf, Finanzierungsstand.
  • 6) Angebot & Unterlagen: Exposé, Grundrisse, Baubeschreibung; dokumentiert, welche Version versendet wurde.
  • 7) Beratung/Termin: Gesprächsnotizen, nächste Schritte, Verantwortlicher.
  • 8) Reservierung: Regeln, Fristen, Voraussetzungen, Statuswechsel.
  • 9) Vertragsvorbereitung: Datenübergabe an interne Stellen/Partner, Checklisten.
  • 10) Abschluss & Auswertung: Abschlussgrund, Verlustgrund, Learnings je Einheit.

Damit der Prozess im Alltag funktioniert, braucht es zwei Dinge: klare Zuständigkeiten (Lead-Zuordnung) und sichtbare Arbeitslisten (offene Vorgänge, überfällige Schritte, kritische Einheiten).

DSGVO: Anfrageprozesse so gestalten, dass sie prüfbar bleiben

Im Projektvertrieb werden schnell personenbezogene Daten verarbeitet: Kontaktdaten, Suchprofil, Finanzierungsstand, teilweise Familienverhältnisse. DSGVO-Konformität entsteht nicht durch Formulare allein, sondern durch nachvollziehbare Abläufe.

Bewährte Praxispunkte:

  • Zweckbindung: Daten nur für Vertrieb/Projektabwicklung nutzen, keine „Nebenlisten“.
  • Minimalprinzip: Nur abfragen, was wirklich benötigt wird (Qualifizierung stufenweise).
  • Löschkonzept: Fristen definieren (z. B. bei verlorenen Leads), nachvollziehbar umsetzen.
  • Zugriffsrechte: Rollen nach Projekt/Standort/Team, nicht „alle sehen alles“.
  • Dokumentation: Wer hat wann welche Daten geändert? Welche Kommunikation fand statt?

Woran Sie erkennen, dass Ihr Anfrageprozess „reif“ ist

Sie müssen nicht perfekt sein. Aber Sie sollten messbar besser werden. Drei einfache Indikatoren, die in der Praxis schnell Klarheit schaffen:

  • Reaktionszeit: Wie lange bis zum Erstkontakt – je Kanal und je Projektphase?
  • Einheitenabdeckung: Gibt es Einheiten mit zu wenig qualifizierter Nachfrage?
  • Statusqualität: Wie viele Leads hängen „zu lange“ in einem Status ohne nächste Aktion?

Wenn diese Zahlen schwer zu ermitteln sind, ist das ein Hinweis, dass Ihre Transparenz nicht auf Projekt- und Einheitsebene verankert ist.

Für einen neutralen Blick von außen auf Aufbau und Kennzahlen Ihres Anfrageprozesses: Unverbindliches Gespräch anfragen

Wie Innoflat Anfrageprozesse im Neubau fachlich unterstützt

Innoflat ist als strukturierte Anfragen- und Vertriebszentrale auf Projekt- und Einheitsebene ausgelegt. Im Mittelpunkt stehen nicht „Kontakte an sich“, sondern die operative Arbeit im Projekt: Anfragen zentral sammeln, Einheiten zuordnen, Status und Notizen teamfähig führen und den Vertriebsfortschritt je Projekt transparent machen.

Typische Einsatzpunkte in der Praxis:

  • Zentrale Anfrageerfassung mit klarer Projekt- und Einheitenlogik
  • Lead-Zuordnung an Verantwortliche und Teams
  • Statusverfolgung mit nachvollziehbaren Bearbeitungsschritten
  • Einheitenübersicht als Arbeitsgrundlage für Alternativen, Reservierungen und Priorisierung
  • Anbindung an bestehende CRM- und Systemlandschaften, damit Projekt- und Kundensicht zusammenpassen

Praxisregel: Je früher Sie Anfragen konsequent an Einheiten knüpfen, desto weniger „Suchverkehr“ entsteht später – und desto einfacher sind Reservierungen, Alternativen und Forecasts.

Checkliste: Sofortmaßnahmen für die nächsten 14 Tage

  • 1) Definieren Sie eine zentrale Eingangsstelle für alle Anfragen.
  • 2) Legen Sie 6–10 Statusstufen fest und dokumentieren Sie Kriterien je Status.
  • 3) Erzwingen Sie die Zuordnung zu Projekt und Einheit/Wohnungstyp bereits beim Eingang.
  • 4) Vereinbaren Sie Reaktionszeiten (z. B. werktags innerhalb 24h) und machen Sie sie überprüfbar.
  • 5) Klären Sie Reservierungsregeln (Dauer, Voraussetzungen, Entscheidung).
  • 6) Führen Sie teamfähige Notizen und eine vollständige Kontakthistorie je Anfrage.
  • 7) Definieren Sie Übergabepunkte zur Systemlandschaft (CRM/Dokumente/Backoffice).

Wenn Sie konkrete Beispiele oder Prozessvorlagen für Ihr Projekt durchgehen möchten: Per E-Mail anfragen

Fazit: Struktur schlägt Volumen

Im Neubau entscheidet nicht nur die Menge der Leads, sondern die Qualität der Bearbeitung: zentrale Erfassung, eindeutige Einheitenzuordnung, saubere Statuslogik, teamfähige Dokumentation und transparente Einheitenübersicht. So reduzieren Sie Reibung, verbessern die Steuerbarkeit im Projektvertrieb und schaffen eine belastbare Grundlage für Entscheidungen – ohne die Realität im Projekt schönzureden.

Wenn Sie prüfen wollen, wie eine Anfragen- und Vertriebszentrale auf Projekt- und Einheitsebene in Ihre Abläufe passt: Termin vereinbaren

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